Weltraum · Grundlagen
Ein Planet mit rund 21 Erddurchmessern und ein Stern mit einem Radius von ungefähr 2.000 Sonnenradien: Kosmische Größenrekorde sprengen unsere Alltagserfahrung. Doch „größer“ kann Radius, Volumen oder Masse meinen – und Ranglisten sind keineswegs endgültig.
Drei verschiedene Arten von Größe
Im Alltag vermischen wir häufig Durchmesser, Volumen und Gewicht. Für Himmelskörper sollte man diese Größen trennen. Verdoppelt sich der Radius einer Kugel, verdoppelt sich auch ihr Durchmesser, ihr Volumen wächst aber um den Faktor acht. Die Masse hängt zusätzlich von der Dichte ab. Ein stark aufgeblähter Gasplanet kann deshalb sehr groß aussehen, ohne besonders massereich zu sein. Die Erde hat einen mittleren Radius von ungefähr 6.371 Kilometern. Die Sonne besitzt etwa 109 Erdradien und damit auch etwa 109 Erddurchmesser. Schon unser eigener Stern ist folglich weit größer als unser Heimatplanet. Für Größenvergleiche genügt meist eine gerundete Zahl; viele scheinbar exakte Ranglisten suggerieren eine Genauigkeit, die die Messung eines fernen Objekts nicht hergibt. „Größte Sonne“ bedeutet in solchen Vergleichen gewöhnlich größter bekannter Stern nach Radius. Sonne ist jedoch der Eigenname unseres Sterns. Der Stern mit dem größten Radius ist nicht notwendigerweise der heißeste, leuchtkräftigste oder massereichste.
WASP-17 b: ungefähr 21 Erddurchmesser
WASP-17 b ist ein besonders anschauliches Beispiel eines extrem großen bekannten Exoplaneten. Der NASA-Katalog nennt einen Radius von ungefähr 1,87 Jupiterradien. Mit einem Jupiterradius von grob elf Erdradien ergibt das rund 21 Erdradien – und denselben Faktor für den Durchmesser. Sein Durchmesser liegt damit in der Größenordnung von 260.000 Kilometern, gegenüber etwa 12.742 Kilometern bei der Erde. Unter einer idealisierten Kugelannahme wäre sein Volumen ungefähr 9.000-mal so groß wie das der Erde, weil der lineare Faktor dreimal multipliziert wird. Diese eigene, gerundete Umrechnung beschreibt Raumvolumen, nicht Masse, bewohnbare Fläche oder Platz für Tausende erdähnliche Landschaften. WASP-17 b ist ein Gasriese, keine vergrößerte feste Erde. Aufgeblähte Gasriesen zeigen, wie stark Bestrahlung und planetare Struktur den Radius beeinflussen können. Die Beobachtung großer Planeten wird außerdem durch Messverfahren begünstigt: Ein großer Planet, der vor seinem Stern vorbeizieht, verursacht einen leichter erkennbaren Helligkeitsabfall. Ein großer entdeckter Planet ist daher nicht automatisch der größte existierende.
Quellen: [3]
Warum der absolute Planetenrekord schwieriger ist
Eine ehrliche Antwort auf die Suche nach dem größten bekannten Planeten beginnt mit einer Einschränkung: Es gibt keine dauerhaft unangefochtene Rangliste. Veröffentlichte Radien können sich durch neue Messungen des Muttersterns ändern. Junge Objekte können besonders groß und noch in Entwicklung sein. Manche Kandidaten liegen außerdem im Grenzbereich zwischen Planeten und Braunen Zwergen. WASP-17 b wird hier deshalb als gut dokumentiertes Beispiel eines sehr großen Exoplaneten verwendet, nicht als sicherer aktueller Weltrekord. Die Frage nach höchster Masse wäre separat zu behandeln. Ein Objekt von enormer Masse kann einen vergleichsweise wenig größeren Radius besitzen, weil Materie unter starkem Druck anders reagiert als in einer einfachen Kugel aus gleich dichtem Material. Für einen Vergleich mit der Erde ist der Radius anschaulich und direkt nachvollziehbar. Für eine Rangliste müssten dagegen eine einheitliche Definition, dieselbe Datenbasis und die jeweiligen Messunsicherheiten angegeben werden. Die vorsichtigere Aussage ist nicht weniger faszinierend, sondern informativer.
WOH G64: ein Sternradius in der Gegend der Saturnbahn
Die ESO beschrieb WOH G64 2024 als roten Überriesen mit ungefähr dem 2.000-Fachen der Größe der Sonne. Als gerundeter Radiusvergleich entspricht das etwa 218.000 Erdradien; sein Durchmesser wäre entsprechend etwa 218.000-mal so groß wie der Erddurchmesser. Der Radius läge damit grob bei 1,4 Milliarden Kilometern oder gut neun Astronomischen Einheiten. Dieser Größenvergleich für den Stern ist von dem umgebenden Staubkokon zu unterscheiden, den die ESO-Beobachtungen abbildeten. Setzte man einen Stern mit diesem Radius gedanklich an die Stelle der Sonne, würde er ungefähr bis in die Gegend der Saturnbahn reichen. Das ist ein geometrischer Vergleich, keine Aussage über ein tatsächlich dort existierendes Planetensystem. Ebenso darf die enorme Ausdehnung nicht als Masse von 2.000 Sonnen missverstanden werden. Bei roten Überriesen ist schon die „Oberfläche“ nicht so eindeutig wie bei einem festen Ball. Temperatur, Entfernung, Veränderlichkeit, atmosphärische Schichten und Staub beeinflussen den erschlossenen Radius. Die ESO-Beobachtung zeigt gerade eine komplexe Umgebung und Veränderungen des Sterns. Auch oft genannte Kandidaten wie Stephenson 2-18 sollten daher nicht ohne Prüfung als zweifelsfreie Sieger bezeichnet werden. WOH G64 veranschaulicht eine Größenordnung; sein hier genannter Radius ist eine datierte, ungefähre Angabe, kein garantierter unveränderlicher Rekord.
Quellen & weiterführende Informationen
- [1] NASA: Earth Factsscience.nasa.gov
- [2] NASA: Sun Factsscience.nasa.gov
- [3] NASA Exoplanet Catalog: WASP-17 bscience.nasa.gov
- [4] NASA: Exoplanet Factsscience.nasa.gov
- [5] ESO: First Close-up Picture of a Star Outside Our Galaxy (2024)eso.org
Mit KI-Unterstützung in eigenen Worten aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen sind gerundet; Schätzungen, Modellannahmen und offene Forschungsfragen werden ausdrücklich eingeordnet. Grundlagenbeitrag, keine tagesaktuelle Nachricht.
